Kommt mit etwas Schlechtem immer auch etwas Gutes?

Diese Woche sind irgendwie viele Dinge passiert, die mich haben darüber nachdenken lassen, inwiefern gut und schlecht zusammenhängen. Denn ohne die schlechten Seiten wissen wir schließlich nicht, wie sich die guten Seiten anfühlen, nicht wahr? Nichtsdestotrotz wünscht man sich, wenn einem etwas Schlechtes passiert, man schlechte Nachrichten bekommt, jemand einen alleine lässt oder man sich sogar einsam fühlt, dass das nicht passiert, es weniger wird und man die guten Seiten des Lebens sieht und wertschätzt.

Aber auf der anderen Seite, wenn einem gute Dinge passieren, nimmt man diese oft einfach so hin oder sieht sie nicht mal wirklich – und schon bekommen die schlechten Seiten viel mehr Wert. Man fühlt sich schlecht, man fragt sich: Wieso ich? Und wenn es ganz doof wird, beschäftigt einen das die ganze Zeit.

Ich versuche momentan, musikalisch neue Wege zu gehen – oder vielleicht eher, wieder etwas zurück zu den Wurzeln zu gehen. Weshalb mache ich nochmal Musik? Und wie fing das alles eigentlich an? Und macht es mir noch genauso viel Spaß wie früher? Alles Fragen, die diese Woche einen Schritt weiter Richtung der Antwort gekommen sind. Und das sogar echt schön.

Gleichzeitig habe ich gesundheitlich eine nicht so schöne Nachricht bekommen und das macht mir Angst, hat etwas in mir losgestoßen und mich sehr traurig gemacht. In einem Teil meines Lebens fühle ich mich ein Stück freier und es hat meine Seele leichter gemacht und auf der anderen Seite muss ich jetzt eine Entscheidung treffen, wie ich mit meiner Gesundheit weiter umgehe und was hier die nächsten Schritte sind.

Daher die Frage: Kommt immer etwas Gutes mit etwas Schlechtem zusammen? Es muss ja nicht mal aus einem Bereich des Lebens kommen. Aber vielleicht macht die Sichtweise auf die Dinge es leichter, damit umzugehen? Schließlich glaube ich, dass alles, was im Leben auf einen zukommt, irgendeinen Grund, einen Sinn hat. Auch wenn man in der Sekunde noch nicht weiß, weshalb einem das passiert.

Also welchen Sinn hat es, etwas in meiner Sicht nicht so Gutes zu erleben? Und welche Entscheidung im Umgang damit wählt man, damit es einem besser geht?

Vor meiner Wohnungstür steht ein Spiegel und da ist eine Postkarte dran, die ich vor Jahren mal dort als Erinnerung angebracht habe. Inhaltlich steht dort drauf, dass, wenn man die Sicht auf etwas ändert, sich die Dinge auch ändern. Alles leichter gesagt als getan, aber doch ist etwas Wahres dran.

Ärgere ich mich über die Situation, in der ich gesundheitlich bin? – Ja, auf jeden Fall.

Kann ich die Situation so verändern, dass es nicht mehr da ist? – Nicht vollständig.

Also was kann ich tun, um die Situation leichter zu machen und mich wieder in eine Art Gleichgewicht zu bringen? – Das ist wohl die Frage, die ich die nächsten Wochen beantworten werden muss.

Für jetzt muss ich mir eingestehen, dass es okay ist, dass ich traurig und zugleich fröhlich bin. Ich werde beiden Seiten ihren Platz geben und weiter an mir und meiner Sichtweise auf die Dinge arbeiten und hoffen, dass ich irgendwann den Sinn dahinter verstehen werde.

Ich wünsche allen, die gerade durch eine ähnliche Situation gehen, ganz viel Stärke und Durchhaltevermögen. Jetzt gerade ist es wirklich kacke, aber es geht auch anders. Das weiß ich und daran werde ich mich festhalten und arbeiten, bis es wirklich soweit ist.

Danke für euer offenes Ohr und wir hören uns vielleicht nächste Woche, vielleicht nächsten Monat oder auch nächstes Jahr.

Fühlt euch gedrückt

Eure Antonia

Weiter
Weiter

Herzlich willkommen in meinen Gedanken